Moskau - Ein Streit um die Ächtung tschetschenischer Rebellengruppen trübt das zuletzt ungewohnt harmonische Verhältnis Russlands zu den USA. Der russische Außenminister Igor Iwanow reagierte in Moskau verärgert auf die Weigerung Washingtons, tschetschenische Freischärler in die Liste terroristischer Organisationen aufzunehmen. Das sei ein "Überbleibsel des Kalten Krieges", sagte Iwanow am Samstagabend in einem Fernsehinterview.

"Es gibt immer noch einige, die nicht begreifen können, dass wir im gleichen Boot sitzen und den gleichen Feind haben", zitierte die Agentur Interfax Iwanow. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 hatte der russische Präsident Wladimir Putin umgehend den USA eine Beteiligung an einem gemeinsamen Kampf gegen den Terrorismus angeboten.

Moskau bezeichnet den seit Jahren andauernden Kampf tschetschenischer Rebellen gegen die Armee als Teil eines internationalen Terrors islamistischer Extremisten. Kreml-Kritiker bewerten den Tschetschenen-Krieg dagegen vorrangig als Regionalkonflikt zwischen der abtrünnigen Kaukasusrepublik und der Staatsmacht in Moskau. (APA/dpa)