Brüssel - Die EU-Kommission befürchtet nach dem Beitritt der zehn neuen Mitgliedsstaaten im kommenden Jahr eine Verschärfung des wirtschaftlichen Gefälles innerhalb der Union. Die Diskrepanz des Bruttoinlandprodukts (BIP) pro Kopf zwischen den reichsten und den ärmsten Regionen werde sich nach der Erweiterung im Vergleich zu heute verdoppeln, heißt es in der vorläufigen Fassung eines EU-Berichts, der der Nachrichtenagentur AFP vorliegt.

In der erweiterten Union werden demnach 25 Prozent der Menschen in Regionen leben, deren BIP pro Kopf weniger als drei Viertel des Unionsdurchschnitts ausmacht, im Vergleich zu derzeit 18 Prozent. Zudem müssten die Beitrittsländer drei Millionen neuer Arbeitsplätze schaffen, um mit der Beschäftigungsquote in der bisherigen EU gleichzuziehen.

Es werde "langfristiger Anstrengungen" bedürfen, um diese Unterschiede auszugleichen, heißt es in dem Papier. In der EU herrscht dem Bericht zufolge große Übereinstimmung, dass die Mittel des EU-Strukturfonds vor allem den wirtschaftlich schwächsten Regionen in den Beitrittsländern zugute kommen müssten. Allerdings seien sich die Länder auch einig, einen Ausgleich zu schaffen für diejenigen Regionen in den bisherigen Mitgliedsländern, denen nach der Erweiterung keine Gelder aus dem Strukturfonds mehr zustehen. Dazu zählten Gebiete in den neuen deutschen Bundesländern, in Großbritannien und den Mittelmeerländern. Eine endgültige Fassung des Berichts soll am 30. Jänner vorgestellt werden. (APA/AFP)