Die geplante Übernahme der insolventen KirchMedia mit der Fernsehfamilie ProSiebenSat.1 durch den Hamburger Bauer Verlag soll spätestens im Februar unter Dach und Fach sein. Die Übernahmeverträge würden sowohl für die Senderfamilie als auch für das Filmrechtegeschäft spätestens in 14 Tagen unterschrieben, sagte der Geschäftsführer der Münchner KirchMedia AG, Hans-Joachim Ziems, dem Magazin "Focus" (Montagsausgabe). Auch Bauer hatte vor wenigen Tagen bekräftigt, die Gespräche rasch abschließen zu wollen.

Weitere potenzielle Käufer

Für den Fall, dass Bauer in letzter Minute abspringen sollte, verhandelt das KirchMedia-Management nach Angaben von Ziems noch mit weiteren potenziellen Käufern. "Es gibt insgesamt drei Interessenten." In der vergangenen Woche habe es in der Kirch-Zentrale in Ismaning bei München ein Treffen mit Partnern des US-Milliardärs Haim Saban gegeben, der Ende Dezember ein neues Angebot vorgelegt habe.

Gespräche mit Berlusconi und Murdoch

Daneben gebe es Gespräche mit einem weiteren Interessenten aus dem Kreis der Altgesellschafter. Zu diesen gehören auch die Medienunternehmer Silvio Berlusconi und Rupert Murdoch. Um wen es sich handelt, ließ Ziems aber offen. Im Gegensatz zu Saban habe dieser Bewerber bereits eine Betriebsprüfung bei der KirchMedia gemacht. Damit könnten die Übernahmeverhandlungen mit ihm innerhalb von vier Wochen auf dem gleichen Stand sein wie mit Bauer, sagte Ziems. Momentan gebe es aber keinen Anlass davon auszugehen, dass das Geschäft mit Bauer nicht zu Stande kommt.

Die KirchMedia war das Herzstück der KirchGruppe. Im April 2002 hatte sie als erste der Kirch-Gesellschaften einen Insolvenzantrag gestellt. (APA/dpa)