Es war nichts. Schon wieder nicht. Wie letztens hier bereits geknickt zugegeben, herrscht angesichts des zum Ausschalten verführenden Programms des vergangenen Wochenendes ein großes Themendefizit: "57 Channels (And Nothin' On)", sang der US-Rocker Bruce Springsteen diesbezüglich einmal.

Dieser Song stammt zwar aus einer nicht so tollen Schaffensphase des Bosses, trotzdem schuf er mit seiner Kritik an der steigenden Zahl von Fernsehkanälen bei parallel dazu sinkenden Inhalten einen Klassiker.

Dass es sich seit diesem vor rund zehn Jahren geschriebenen Lied nicht gerade zum Besseren gewandt hat, verdeutlicht ein Blick ins Programmheft: Als Serien getarnte Intelligenzbeleidigungen oder als Bildungsauftrag daherkommende "Wissensshows" dominieren. Und wenn sich tatsächlich ein guter Film ins Programm verirrt, dann ist er mit Sicherheit geschnitten: siehe die Trilogie "Der Pate" auf Kabel 1.

Worüber also schreiben? Selbst Dauerbrenner wie Dieter Bohlen lassen stark nach. Statt wunderbare Wuchteln wie "Gratuliere, du hast wirklich alles, was wir hier nicht brauchen" - adressiert an eine "Deutschland sucht den Superstar"-Bewerberin bei RTL -, zu schieben, gibt sich unsere liebste Giftschleuder moderat und ist am besten Wege, zum Ombudsmann talentloser, singender Kaulquappen zu verkommen.

Darf das sein? Nein! Macht mit Bogdan, was ihr wollt! Umarmt Isabella zu Tode, aber nur ein böser Dieter ist ein guter Dieter! Bitte! Damit endlich wieder einmal was war. (flu/DER STANDARD; Printausgabe, 27.1.2003)