Paris - Frankreich wird sich nach den Worten von Verteidigungsministerin Michele Alliot-Marie nur dann an einem Angriff auf den Irak beteiligen, wenn dessen Besitz von Massenvernichtungswaffen bewiesen ist und die Führung in Bagdad ihre Zerstörung verweigert. Sie denke nicht, dass dies der Fall sei, sagte Alliot-Marie am Sonntag dem Hörfunksender Europe 1. "Es müsste eine Aktion geben, die zeigt, dass der Irak Massenvernichtungswaffen besitzt und sie unter keinen Umständen beseitigen will", sagte die Ministerin auf die Frage, was die UNO-Waffeninspektoren aufzeigen müssten, damit Frankreich sich militärisch an einem Irak-Krieg beteilige.

Zugleich forderte Alliot-Marie mehr Zeit für die UNO-Inspektionen im Irak. Der Chef der Waffeninspektoren, Hans Blix, und der Chef der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO), Mohamed El Baradei, legen dem UNO-Sicherheitsrat am Montag einen umfassenden Bericht über ihre Kontrollen im Irak vor. Sie sollen prüfen, ob der Irak über atomare, biologische oder chemische Waffen verfügt.

Alliot-Marie sagte, sie erwarte, dass Blix und El Baradei mehr Zeit für ihre Arbeit verlangen würden. Es sei "absolut notwendig", einer solchen Forderung zu entsprechen. "Frankreichs Truppen sind einsatzbereit für welchen Konflikt und wo auf der Welt auch immer", sagte Alliot-Marie. "Aber wir sollten nicht zu besessen sein beim Thema Irak. Noch ist es die Zeit der Diplomatie."

Frankreich hat sich wie Deutschland und andere Staaten gegen einen Irak-Krieg und für mehr Zeit für die Inspektoren ausgesprochen. Als ständiges Mitglied im UNO-Sicherheitsrat hat Frankreich dort ein Veto-Recht. Deutschland und Spanien sitzen zur Zeit ebenfalls als nicht-ständige Mitglieder im Weltsicherheitsrat. (APA/Reuters)