--------------------------------------------------------------------------------

Wien - Kaum ernannt, sorgt der neue Chef der Wiener Sicherheitswache, General Ernst Holzinger, für neuerliche Aufregung in den eigenen Reihen. Der aus der Gendarmerie gekommene Spitzenbeamte spricht sich dafür aus, Kriminaldienst und Sicherheitswache bei der Polizei zu verschmelzen. In einem aktuellen Interview mit dem Branchenmagazin Der Kriminalbeamte sagt Holzinger, "dass man nachdenken muss, ob man den Wachekörper Kriminaldienst noch braucht".

Hintergrund für Holzingers Aussage, die naturgemäß auf heftigen Widerstand in der eben erst reformierten Bundespolizeidirektion trifft, ist die angedachte Zusammenlegung von Polizei und Gendarmerie. Der neue Chef der uniformierten Polizisten in der Bundeshauptstadt will eher die Struktur der Gendarmerie übernehmen.

Wie berichtet, hat Innenminister Ernst Strasser (VP) den Gendarm als neuen Sicherheitswachechef eingesetzt, obwohl die Bestellungskomission den bisherigen General Franz Schnabl erstgereit hatte. Schnabl hat gegen die Entscheidung Berufung eingelegt.

Auf die Frage, ob er zu der Bewerbung in Wien ermutigt worden sei, sagte Holzinger: "Ermutigt ist ein gutes Wort. Ich habe das Signal gehabt, ich sollte mich bewerben, weil diese Strategie (gemeint ist die Vereinheitlichung der Exekutive) geplant ist." (simo/DER STANDARD, Printausgabe, 27.1.2003)