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"Paris hat es auf das irakische Öl abgesehen"

apa/Thomas Coex

Washington - Mit seinem Widerstand gegen den Irak-Kurs der USA will Frankreich nach Einschätzung eines Beraters von Verteidigungsminister Donald Rumsfeld den internationalen Einfluss der Regierung in Washington schmälern. Dabei habe es Paris auch auf die riesigen Ölvorkommen im Irak abgesehen, sagte der Chef des Defense Policy Boards, Richard Perle, am Sonntag dem US-Nachrichtensender Fox. Die französische Politik habe "mit Ölverträgen und wenig anderem" zu tun, sagte Perle, der als entschlossenster Befürworter eines Irak-Kriegs in Washington gilt. "Jede französische Handlung" zeige, dass Paris die "Bedeutung und Führungsrolle der USA" in der Welt beeinträchtigen wolle, sagte der frühere Abteilungsleiter im Pentagon.

Vor dem Golfkrieg 1991 und den von der UNO verhängten Sanktionen war Frankreich stark in die Ölgeschäfte mit dem Irak eingebunden. Vor diesem Hintergrund sei es "ironisch, dass den USA ihr Interesse am Öl vorgeworfen" werde, sagte Perle. Sobald es zum Einsatzbefehl gegen den Irak komme, werde Frankreich vermutlich "in letzter Minute einlenken".

Auch an Deutschland übte Perle scharfe Kritik. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) sei mit der Ablehnung eines Irak-Kriegs auch mit UNO-Mandat "vollständig aus dem Spiel", sagte er. "Also sollte der deutsche Kanzler uns allen einen Gefallen tun und aufhören, über ein Thema zu reden, aus dem er sich völlig zurückgezogen hat." Mit "anderen Mitteln als der Anwendung von Gewalt" könne der irakische Machthaber Saddam Hussein nicht entwaffnet werden, fügte Perle hinzu. (APA)