Frankfurt/Main - Die 22 Länder der Arabischen Liga wollen sich 2004 als Gastregion auf der Frankfurter Buchmesse präsentieren. Damit wolle die Buchmesse ein politisches Signal setzen, "dass man auf dieser Welt nicht nur eine Stimme hören darf", sagte Buchmessen-Sprecher Holger Ehling und bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der "Frankfurter Rundschau" vom Wochenende. Der Ministerrat der Arabischen Liga müsse im März noch seine Zustimmung geben, diese gilt jedoch nach den Worten Ehlings als Formsache.

Angesichts der angespannten politischen Lage wolle man Raum bieten für einen kulturellen und literarischen Dialog mit den 22 arabischen Ländern, sagte Ehling, "damit wir nicht nur über sie reden, sondern mit ihnen". Dass die arabische Präsentation heikel sein könnte und möglicherweise mit Protestaktionen oder Störungen etwa von Israelis gerechnet werden müsse, "haben wir in unsere Überlegungen einbezogen". Bei einem Kulturevent wie der Buchmesse sei aber voraussichtlich von einer Gefährdungslage nicht auszugehen.

In den Gesprächen mit der Mission der Arabischen Liga in Berlin sei auch die Frage der Menschenrechte - etwa die Verfolgung von Schriftstellern - angesprochen worden. Dies sei in mehreren Staaten ein Problem. "Uns ist aber zugesichert worden, dass Autoren, die im Exil leben, in das literarische Programm integriert werden", sagte Ehling.

Die arabischen Länder hätten literarisch "enorm viel zu bieten". Seit den 90er Jahren würden zahlreiche Werke der Weltliteratur aus dem Arabischen ins Deutsche übersetzt, etwa jene des marokkanischen Schriftstellers Tahar Ben Jelloun ("Papa, was ist ein Fremder?"), der heute in Frankreich lebt.

Die Einzelstaaten sind von ihren politischen Systemen und ihrer Finanzkraft her stark unterschiedlich und teils sogar zerstritten. Die Liste reicht von Ägypten, Algerien, Irak, Kuwait und Libyen über Palästina, Somalia und Sudan bis zu Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Wie sich diese Länder bei ihrem gemeinsamen Gastlandauftritt präsentieren werden, steht noch nicht fest. Organisiert wird der Buchmessen-Auftritt stets vom Gastland selbst. (APA)