Seoul - Zwei ranghohe Gesandte der südkoreanischen Regierung sind am Montag nach Nordkorea gereist, wo sie sich um eine Vermittlung in der Atomkrise bemühen wollen. Er werde die Bedenken Südkoreas und der internationalen Gemeinschaft in dieser Frage erläutern und Wege einer friedlichen Lösung ausloten, erklärte der nationale Sicherheitsberater von Präsident Kim Dae Jung und frühere Wiedervereinigungsminister Lim Dong Won. Er wurde begleitet von Lee Jong Suk, einem Gesandten des designierten Präsidenten Roh Moo Hyun.

Nach Angaben aus Regierungskreisen in Seoul hatten die beiden Gesandten einen Brief an den nordkoreanischen Präsidenten Kim Jong Il im Gepäck. Die Bereitschaft Pjöngjangs, die beiden zu empfangen, könnte eine Abkehr von der bisherigen Ablehnung von Vermittlungsbemühungen bedeuten. Bisher hat Nordkorea immer direkte Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten gefordert und eine "Internationalisierung" des Konflikts abgelehnt.

Der Atomstreit begann im vergangenen Oktober, nachdem Nordkorea nach US-Angaben ein geheimes Atomprogramm eingeräumt hatte. Die USA stoppten daraufhin ihre Energielieferungen an Pjöngjang, woraufhin Nordkorea das Wiederanfahren still gelegter Atomreaktoren ankündigte und die im Lande stationierten IAEO-Inspektoren auswies. (APA/AP)