Brüssel - Die EU-Staaten beraten heute erstmals über die von der EU-Kommission vorgeschlagene umfassende Reform der gemeinsamen Agrarpolitik. Bei dem Treffen der EU-Agrarminister in Brüssel ist eine öffentliche Aussprache zu dem Thema geplant. Entscheidungen stehen aber nicht an. Landwirtschaftsminister Wilhelm Molterer (V) hat die Vorschläge von EU-Agrarkommissar Franz Fischler als Schritt in die richtige Richtung und gute Grundlage für die weiteren Verhandlungen begrüßt. Unter den EU-Staaten lehnt besonders Frankreich die Vorschläge ab.

Fischler will die EU-Landwirtschaft stärker auf Qualität statt Masse ausrichten. Kern der Reform ist, dass die Beihilfen für Bauern künftig nicht mehr gemessen an der Produktionsmenge ausgezahlt werden sollen. Stattdessen sollen sich die EU-Zuwendungen an Standards im Umweltschutz, der Lebensmittelsicherheit, der Tiergesundheit sowie dem Arbeitsschutz orientieren. Zudem sollen die Beihilfen für Großbetriebe gekürzt werden. Die griechische Ratspräsidentschaft will die Reform bis zum Sommer verabschieden. Diplomaten in Brüssel sind diesbezüglich aber skeptisch. Bereits im vorigen Sommer hatte Fischler erstmals Ideen für eine Agrarreform vorgelegt und sie nach teils heftigen Protesten - auch aus Österreich - überarbeitet. (APA/AP/AFP)