London/Zürich - Gold hat am Montag im frühen Geschäft ein neues Sechsjahreshoch erreicht. Der Kurs für eine Feinunze des gelben Metalles kletterte auf 370,25/371 Dollar (343,33/344 Euro) nach 366,90/367,65 am Freitagabend. Händler sagten, weiter dominierten die Angst vor einem Krieg im Irak, der schwache Dollar und die nachgebenden Aktienbörsen das Geschehen. Vor diesem Hintergrund suchten die Anleger Schutz in sicheren Häfen wie dem Gold und Staatsanleihen. Zuletzt notierte Gold am 15. Dezember 1996 auf 370,15 Dollar.

Wenn nicht Aufschluss, so doch Hinweise über die weitere Entwicklung der politischen Krise erwarteten die Marktteilnehmer von der Präsentation des Berichts der UNO-Inspektoren über das Waffenprogramm des Iraks. Der Bericht wird am Abend erwartet. Niemand wolle davor short in Gold sein, sagte ein Edelmetallmarktspezialist.

"Jüngsten Nachrichten nicht gerade ermutigend"

"Die jüngsten Nachrichten sind nicht gerade ermutigend", sagte ein Händler mit Blick auf die wachsenden Kriegsängste. Ein anderer Marktteilnehmer wandte jedoch ein: "Vom UNO-Bericht erwartet ich mir wenig Neues. Viel Interessanter ist die morgige Rede von Bush, wenn er den Bericht kommentiert."

Der Markt erhoffe sich von den Aussagen des US-Präsidenten George W. Bush Hinweise auf weitere mögliche Schritte der USA in der Irak-Krise.

Krieg auch ohne Unterstützung

Die USA hatten mehrfach klar gemacht, dass sie auch ohne Unterstützung der internationalen Gemeinschaft einen Krieg gegen Irak führen würden.

Silber legte ebenfalls zu auf 4,88/4,90 (4,81/4,83) Dollar. Platin sank auf 641/648 (646/651) und Palladium war nahezu unverändert bei 262/270 (262/267) Dollar.(APA/Reuters)