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Wien - 510 Geisterfahrer-Meldungen im Jahr 2002: Das ist die höchste Anzahl, die in der Ö3-Verkehrsredaktion jemals registriert wurde (2001: 444 Geisterfahrer). Es entspricht einer Steigerung von fünfzehn Prozent.

In der Bundesländerstatistik führt die Steiermark, in der Straßenstatistik die Südautobahn. Auf drei Teilstücken werden im vergangenen Jahr jeweils 23 Geisterfahrer gezählt: auf der A2 im Kärntner Wörthersee-Abschnitt, auf der A10 im Salzburger Pongau und auf der A9 südlich von Graz. 2002 sterben drei Personen bei Unfällen mit Geisterfahrern.

Technologie für einen schnelleren Alarm

Eine neue Technologie, die noch in der Erprobung ist, könnte bei Geisterfahrern einen schnelleren Alarm auslösen. "GRIS" (Ghost Rider Information System), das von dem Unternehmen Dolphin Technologies und dem Forschungszentrum Arsenal in Zusammenarbeit mit Ö3 entwickelt wurde, erfasst mittels Mikrowellen den Geisterfahrer bereits auf der Anschlussstelle und leitet die Meldung binnen Sekunden an Exekutive, Ö3 und ASFINAG weiter.

Ö3 gibt die Meldung sofort durch, und zwar sowohl on Air im laufenden Radioprogramm als auch via RDS-TMC, dem digitalen Verkehrsservice. Parallel dazu fährt die Exekutive die Strecke ab, um den Geisterfahrer zu stoppen.

Verkehrssprecher und ARBÖ für neuen Punkteführerschein

Nach Bekanntwerden der Zunahme der Geisterfahrerzahlen sprachen sich der Verkehrssprecher der ÖVP, der oberösterreichische Nationalratsabgeordnete Helmut Kukacka, und ARBÖ-Generalsekretär Rudolf Hellar erneut dafür aus, die für das kommende Lkw-Road-Pricing notwendigen Überkopfportale auf Autobahnen auch für generelle Warnhinweise zu verwenden - für Geisterfahrerwarnungen, aber auch für Glatteis- und Nebelwarnungen.

Als ein weiteres wirksames Mittel gegen Geisterfahrten nannte der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) den Punkteführerschein. Dieser führe zu einem aufmerksameren Fahrverhalten. Zudem ermögliche er, die kleine Minderheit von Autofahrern, die öfter gegen Verkehrsregeln verstoßen, rechtzeitig zu erkennen und zu Nachschulungen zu schicken. Der VCÖ forderte die zukünftige Regierung auf, den Punkteführerschein rasch einzuführen. (APA)