Berlin - Die deutschen Städte und Gemeinden ächzen unter einem gigantischen Schuldenberg: Im laufenden Jahr sei ein "bisher nie dagewesenes Rekorddefizit von 9,9 Mrd. Euro" zu befürchten, sagte die Präsidentin des Deutschen Städtetags, Petra Roth, am Montag in Berlin. Viele Städte befänden sich am Rand des Ruins. Die Bürger spürten die eingeschränkten Leistungsangebote und den dringenden Sanierungsbedarf bei der Infrastruktur.

Im vergangenen Jahr lag das Gesamtdefizit der kommunalen Haushalte nach Roths Angaben bei 6,65 Mrd. Euro. Das war gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg um 2,7 Mrd. Euro. Ursache seien die weiter rückläufigen Einnahmen der Kommunen.

"Ohne rasche Hilfe von Bund und Ländern können wir die kommunale Selbstverwaltung in Deutschland bald zu Grabe tragen", warnte Roth. Sie rief die Bundesregierung auf, die Gewerbesteuer-Umlage auf das Niveau von vor der Steuerreform zu senken. Allein damit könnten die Kommunen im laufenden Jahr um rund 2,3 Mrd. entlastet werden. (APA)