Melbourne - Bei Familie Agassi-Graf hängt nach den Australian Open in Melbourne der Tennisschläger ziemlich schief. "Steffi ist ein bisschen sauer auf mich", gab Agassi nach dem 6:2, 6:2 und 6:1 gegen den Deutschen Rainer Schüttler, dem kürzesten Finale aller Zeiten (76 Minuten), zu. "Sie ist nicht allzu glücklich über das, was ich hier ausgeplaudert habe." Agassi hatte angekündigt, er werde im Falle eines Turniersieges in Melbourne gemeinsam mit seiner prominenten Ehefrau bei den French Open in Paris im Mixed antreten. "So lautet unsere Wette, und ihr könnt mich darauf festnageln, dass wir sie einlösen."

Widerstand

Offenbar hatte der US-Amerikaner nicht mit dem hartnäckigen Widerstand der einst weltbesten Tennisspielerin gerechnet, die möglicherweise ihrerseits beim Abschluss der Wette kein großes Vertrauen in die sportlichen Fähigkeiten ihres Gatten hatte. "Es wird ein hartes Stück Arbeit für mich, sie wirklich auf den Platz zu kriegen", gab Agassi ein wenig kleinlaut zu. "Sie findet die Idee offen gestanden ziemlich blöd. Aber ich bin sicher, dass sie in den nächsten fünfzig Jahren noch öfter sauer auf mich ist."

"Love Match"

Sollte das "Love Match" (jawohl!) in der "Stadt der Liebe" (hipp, hipp, hurra!) trotz alledem zustande kommen, warnt Agassi vor allzu großen Erwartungen. "Ich spiele nie Doppel, und wenn ich doch mal Doppel spiele, dann nicht gegen Frauen. Ich hätte total viel Spaß in einem solchen Match, aber ich könnte niemals richtig gegen eine Frau durchziehen. Außerdem hat Steffi seit fast vier Jahren kein Match mehr gespielt. Wir hätten sozusagen keine Chance." (sid, fri/DER STANDARD, Printausgabe, 27.1.2003)