Davos - Die USA wollen die Türkei für eine Beteiligung an einem möglichen Irak-Krieg mit vier Milliarden Dollar (gut 3,7 Milliarden Euro) entschädigen. Damit sollten "die wirtschaftlichen Folgen" ausgeglichen werden, die Ankara durch den Konflikt drohten, zitierte die "International Herald Tribune" am Montag einen Mitarbeiter der US-Regierung. "Wenn die Türkei uns hilft, wollen wir auch der Türkei helfen", sagte der Beamte demnach. Der Vorsitzende der türkischen Regierungspartei AKP, Recep Tayyip Erdogan, halte den Betrag indes für unzureichend. "Eine solche Summe für eine solche Krise, das wird die Probleme der Türkei nicht lösen", sagte Erdogan der Zeitung.

US-Präsident George W. Bush wolle die Zahlung davon abhängig machen, ob die Türkei zuvor die Auflagen des Internationalen Währungsfonds (IWF) erfülle, hieß es weiter. Ohne ein entsprechendes "Engagement" für das IWF-Programm sei jedes Unterstützungsangebot der USA "hinfällig", habe Bush in einem Schreiben an den türkischen Regierungschef Abdullah Gül betont.

Militärs der beiden Länder einigten sich unterdessen auf einen Entwurf, wonach die USA die Türkei als Aufmarschgebiet für rund 20.000 Soldaten nutzen dürften. Ihr Aufenthalt auf türkischen Boden solle auf dreieinhalb Monate beschränkt werden. Zusätzlich sollten etwa 5000 US-Soldaten im Land stationiert werden, um für die logistische Unterstützung zu sorgen, berichtete der türkische Nachrichtensender NTV. Washington habe zudem um Erlaubnis gebeten, die Luftwaffenstützpunkte Batman, Diyarbakir und Incirlik im Südosten der Türkei nutzen zu dürfen. Außerdem wolle die US-Armee auf die südtürkischen Häfen Antalya, Mersin und Iskenderun zurückgreifen. Die Einigung muss dem Sender zufolge erst vom türkischen Parlament abgesegnet werden. (APA)