Die Frauenbildungseinrichtung Frauenhetz hat ihre aktuellen Filmreihe "Feminisierte Arbeit" gestartet.
Die dokumentarischen Arbeiten von Filmemacherinnen aus der Türkei beschäftigen sich mit der äußerst breiten und lebendigen türkischen Frauenbewegung bzw. sind sie aus dieser Bewegung auch hervorgegangen. Sie befassen sich mit informellen Arbeitsverhältnissen, mit illegalisierten
Lebens- und Arbeitsformen. 'Alternative' Formen des Wirtschaftens sind hier unfreiwillig gewählte illegalisierte Arbeit auf der Straße, nicht oder schlecht entlohnte und abgesicherte Haus- und Heimarbeit. Die Filme dokumentieren aber nicht nur die Situation der working poor, sondern sprechen auch von einem lebendigen Kampf wider gewaltvolle Verhältnisse, von einem Kampf um Rechte und Kollektivierung,

Donnerstag, 15. November, 19.00 Uhr: Christina von Braun über Geld und Geschlecht

Das Geld hat seinen Ursprung in Tempeldienst und Opferkult. Das Opfer wurd allmählich durch ein Zeichen ersetzt und begründet so die Geschichte des Geldes, das einen immer abstrakteren Charakter annahm. Geld ist ein materialisierungsfähiges Zeichen: Es lässt sich in Waren umwandeln, durch Zinsen wird es zeugungsfähig. Dass das Geld seine sexuelle Potenz zeigen will, offenbaren die Parallelen zwischen der Geschichte des Geldes und jener der Prostitution. Auch diese hat ihren Ursprung im Tempel und verließ zeitgleich mit dem Geld den Raum des Heiligen, um sich im profanen Raum anzusiedeln. Je abstrakter das Geld wurde, desto wichtiger wurde die Prostitution. Denn der käufliche Sexualkörper verleiht dem abstrakten Zeichensystem Geld seine Glaubwürdigkeit: eine Verankerung in der Leiblichkeit.

Moderation: Gerlinde Mauerer (red)