Die in den Bereichen Nothilfe und Entwicklungszusammenarbeit tätige Hilfsorganisation Care macht anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen auf die drastische Situation von Frauen im Kongo aufmerksam. "Die Gewalt, die Frauen in der Demokratischen Republik Kongo erleiden, ist unvorstellbar. Vergewaltigungen von Mädchen und Frauen sind Teil der Vernichtungsstrategie der Milizen und Rebellen. Man kann das nur als Krieg gegen die Frauen bezeichnen", erklärt Ulrike Schelander, die Geschäftsführerin von Care Österreich.

In Kivu, einer Region von der Größe Portugals, wurde laut Care jede dritte Frau vergewaltigt, in der Provinz Maniema hätten 80 Prozent der Gewaltopfer auch Massenvergewaltigungen erleiden müssen. "Außenministerin Ursula Plassnik hat mit der Teilnahme am internationalen Frauennetzwerk und der Veranstaltung für Frieden und Sicherheit im Nahen Osten aufgezeigt, dass ihr das Frauen-Thema ein Anliegen ist. Es wäre schön, wenn daran angeknüpft wird und die führenden Frauen der Welt sich auch für die leidenden Frauen im Kongo einsetzen", meint Schelander.

Betreuung nötig

Derzeit hätten die Gewalttäter keinerlei Bestrafung zu befürchten, das Justizsystem im Kongo müsste deshalb rasch wieder hergestellt werden. Die UN-Truppen sollten klar auch das Ziel haben, die Gewalt gegen Frauen zu unterbinden. "Wichtig ist vor allem, den Opfern ausreichend Hilfe zu geben" fordert Schelander. "Die medizinische Versorgung ist nach wie vor schlecht und Frauen, die derart traumatisierende Erfahrungen gemacht haben, brauchen dringend psychologische Betreuung."

Care appelliert an die österreichische Bundesregierung, alle geeigneten Maßnahmen zu ergreifen, um das Thema auf der internationalen politischen Agenda voranzutreiben. "Mit politischem Willen können diese unerträglichen Gewaltakte unterbunden werden", so Schelander.

Online-Petition

Gleichzeitig ruft Care die ÖsterreicherInnen dazu auf, die Frauen im Kongo mit ihrer Stimme zu unterstützen und startet eine Online-Petition: "Wir bitten die Bevölkerung, die Augen nicht zu verschließen und rufen alle auf, die Frauen im Kongo mit ihrer Unterschrift online zu unterstützen", appelliert Schelander. (red)