Neu Delhi - Neue Spannungen zwischen Indien und Pakistan: Nach der Drohung des indischen Verteidigungsministers George Fernandes, Pakistan werde nach einem Atomwaffenangriff Islamabads "von der Weltkarte ausradiert", kam es am Montag zu Schießereien an der Grenze in Kaschmir. Nach pakistanischen Angaben wurden dabei fünf indische Soldaten getötet.

In der Nacht zu Montag griff Fernandes im britischen Sender BBC den pakistanischen Präsidenten Pervez Musharraf an: "Die Person, die Pakistan führt (...), hat über die Anwendung gefährlicher Waffen, darunter auch nuklearer, gesprochen." Dies sei ein "Schritt des Wahnsinns".

"Indische Harfenspielerei"

Pakistan bezeichnete die Drohung als "indische Harfenspielerei". Nur Stunden zuvor hatte der amerikanische Außenminister Colin Powell die verfeindeten Nachbarstaaten aufgerufen, "Risiken für den Frieden" einzugehen und die Spannungen zu beenden.

In der Grenzregion Punch, 230 Kilometer nordwestlich der Stadt Jammu, schossen Truppen beider Länder mit Granaten aufeinander. Ein indischer Armeesprecher sagte, Pakistan habe am Montagmorgen zuerst geschossen. Indische Soldaten hätten daraufhin den pakistanischen Militärposten Chuha zerstört. Ein Sprecher der pakistanischen Armee teilte mit, die Soldaten hätten den indischen Artilleriebeschuss erwidert, dabei seien fünf indische Soldaten getötet worden. (APA/AP)