Der Präsident des deutsch-französischen Kultursenders Arte, Jerome Clement, will die Programme der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalt künftig "erneuern", um dadurch ein "jüngeres Publikum" anzusprechen und "im Mittelpunkt der gesellschaftlichen Themen" zu sein. "Wir werden unsere Aufgabe als öffentlicher Dienst nur dann erfüllen, wenn wir die größtmögliche Anzahl zur Kultur bringen", erklärte der 57-Jährige, der seit 1. Jänner die Geschicke des Senders leitet, am Montag gegenüber Journalisten.

Die Programme sollen künftig "leichter zugänglich" sein, um "Öffnung, Respekt und Wärme" zu vermitteln, fügte Clement hinzu. Er rief die Filmproduzenten dazu auf, "Arte nicht in ein stereotypes Image einzuschließen". Der Sender "ist nicht zu den Dramen in Bosnien und den Katastrophen der Welt verurteilt", betonte der Arte-Chef, der in dem Posten die Nachfolge des Deutschen Jobst Plog angetreten hat. Künftig will Arte auch Serien-Dokumentarfilme und Sitcoms ausstrahlen.

Das Budget von Arte France für die Produktion und den Ankauf von Sendungen nahm in diesem Jahr in Bezug auf 2002 um 6,4 Mio. Euro auf 83 Mio. Euro zu. Im Vorjahr hat Arte laut Clement mit 160 verschiedenen Produzenten gearbeitet. Der Marktanteil von Arte France nahm von 3,1 Prozent im Jahre 2001 auf 3,2 Prozent im Vorjahr zu. "Gute Einschaltquoten sind nach meiner Ansicht mit unserer kulturellen Mission vereinbar", sagte Clement, der bereits von 1991 bis 1998 der Präsident des 1990 gegründeten Senders war. Der Sender mit Sitz in Straßburg wird gemeinsam von ARD/ZDF und Arte France betrieben. (APA)