Wien - Die Erste Bank ist an der Übernahme der letzten im Staatsbesitz befindlichen bulgarischen Bank, der DSK-Bank, interessiert. Ein entsprechendes Angebot für die zweitgrößte Bank des Landes habe das Institut gelegt, bestätigte eine Sprecherin der Erste Bank am Montag. Bekäme die Erste Bank den Zuschlag, wäre dies die erste Tochterbank der "Ersten" in Bulgarien. Mit einer endgültigen Entscheidung sei frühestens Ende März zu rechnen. Laut Erste Bank haben insgesamt drei Institute ein vorläufiges Übernahmeangebot gelegt. Neben der Erste Bank haben außerdem die ungarische OTP Bank und die griechische Piraeus ihr Interesse bekundet und ebenfalls Angebote gelegt.

200 Millione Euro Privatisierungserlös erhofft

Wie berichtet verfügt die DSK-Bank über 300 Filialen und 5.600 Mitarbeiter und ist die Nummer 1 im bulgarischen Privatkundengeschäft. Der bulgarische Finanzminister erhofft sich einen Kaufpreis von 200 Mio. Euro, den die Erste Bank laut Analysten ohne Kapitalerhöhung aufbringen könnte. Laut Agenturberichten ist die Bank hochprofitabel, der Nettoerfolg belief sich im ersten Halbjahr 2002 auf 24,9 Mio. bulgarische Lewa (15,0 Mio. Euro) nach 11,2 Mio. Lewa im gleichen Zeitraum 2001. Die DSK verfügt demnach eine Bilanzsumme von 1,63 Mrd. Lewa (833 Mio. Euro) und ist damit die zweitgrößte der 35 bulgarischen Banken.

Erst im Sommer 2002 hat die Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) die viertgrößte bulgarische Bank, die Biochim-Bank, erworben. Die Raiffeisen (RZB) ist in Bulgarien die Nummer acht. (APA)