Bild nicht mehr verfügbar.

Bernie Ecclestone: "Dann ist es vorbei."

Foto: APA/Archiv

Wien/Graz - Am 18. Mai 2003 soll der letzte Grand Prix in Spielberg stattfinden "Dann ist es vorbei", zitierte die Kronen Zeitung Formel-1-Boss Bernie Ecclestone. Es gebe zwar einen Vertrag bis 2006, dieser berge aber eine Ausstiegsklausel. Grund für den Exit: das auf 2006 vorverlegten EU-Werbeverbot für wichtige Sponsoren, die Zigaretten.

"Das wird auf jeden Fall weh tun"

Marktforscher Wolfgang Bachmayer, der die wirtschaftlichen Effekte des Spektakels untersuchte, sagt: "Das wird auf jeden Fall weh tun." Im Vorjahr wurden durch die Formel 1 Umsätze von 22 Mio. Euro verursacht - auf dem Ring, in den Hotels und Gasthäusern sowie entlang der An-und Abreiserouten. Pech für den Finanzminister: Laut Berechnungen von Bachmayers Institut OGM brachte das Formel-1-Wochenende zwischen 1997 und 2002 - ohne Tickets, denn deren Erlös nach Steuern fließt direkt nach England - rund 50 Mio. Euro an Steuereinnahmen.

Betrieben wurde der A1-Ring bisher vom ÖAMTC, bald übernimmt der Getränkekonzern Red Bull das Steuer. Nächste Woche werden die Verträge unterschrieben, so der steirische Sportlandesrat Gerhard Hirschmann (das Land hat den Ring von den 18 Grundbesitzern bis 2068 gepachtet). Hirschmann glaubt, die "Weltmarke Red Bull" könne den Entfall mit Events sowie geplanten Motorsport-und Flugakademien "um ein Vielfaches kompensieren". Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz: "Es war schon immer ein wesentlicher Teil unseres Konzeptes, vom Grand Prix unabhängig zu werden." Dass er Ecclestone jüngst in Kitzbühel mit mehr Geld überzeugen wollte, wie es die Krone wissen wollte, dementierte er.

Wenige bleiben übrig

Offiziell äußerte sich Ecclestone noch nicht, am Aus für Spielberg wird aber nicht gezweifelt. Derzeit sind zehn von 16 Formel-1-Rennen in Europa, mittelfristig dürften nur wenige hier übrig bleiben: Deutschland, Italien, England, Frankreich, Monte Carlo. (Leo Szemeliker, DER STANDARD, Printausgabe 28.1.2003)