Die HVB-Aktie ist auf Talfahrt. HVB-Chef Dieter Rampl ist darüber nicht erfreut.

Grafik: DerStandard

Wien - "Wir nehmen zu Gerüchten grundsätzlich nicht Stellung", gab sich der Pressesprecher der HypoVereinsbank (HVB), Thomas Pfaff, zugeknöpft. Das seit mehr als zwei Jahren immer wieder auftauchende "Gerücht" um eine Fusion von HVB und Commerzbank, der Nummer zwei und Nummer vier unter den deutschen Geldinstituten, erhielt am Wochenende durch einen Bericht des Nachrichtenmagazins Der Spiegel neue Nahrung, bestätigt wurde es bisher nicht.

"Hausaufgaben"

Insider sind der Meinung, dass die Übernahme der Commerzbank durch die HVB nach dem Vorbild des Bank-Austria-Coups wirtschaftlich sinnvoll sein könnte, dass beide Banken aber vorher noch "Hausaufgaben" zu erledigen hätten. Die HVB müsste zuerst die Abspaltung ihres gewerblichen Immobiliengeschäfts durchziehen, die Commerzbank die Probleme in der Investmentbank lösen.

"Für heuer ist die Fusion jedenfalls kein Thema", heißt es in Münchener Bankkreisen.
Durch ein Zusammengehen der beiden Institute würde die größte Bank Deutschlands mit einer addierten Bilanzsumme von rund 1140 Mrd. Euro und mehr als 100.000 Mitarbeitern in etwa 2800 Zweigstellen entstehen.

Weitere Zukäufe in in Osteuropa

Die HypoVereinsbank will trotz ihrer derzeitigen Ertragsprobleme in Osteuropa weiter expandieren. Das Kreditinstitut sei an Akquisitionen interessiert, sagte Konzernvorstand Gerhard Randa dem "Handelsblatt" (Dienstagausgabe). Man wolle aber keine Sanierungsfälle kaufen, sondern ein funktionierendes Institut. Für solche Übernahmen stehe Geld zur Verfügung. Die HypoVereinsbank sieht sich in Osteuropa mit einem durchschnittlichen Marktanteil von zehn Prozent mittlerweile als zweitgrößte ausländische Bank. Für das Osteuropageschäft ist im Konzern der HypoVereinsbank die Bank Austria Creditanstalt, Wien, verantwortlich, der Randa als Generaldirektor vorsteht. (APA/gb, DER STANDARD, Printausgabe 28.1.2003)