Liebe im Angesicht des Todes: Margarethe Tiesel und Manfred Weissensteiner in "Extasy Rave".

Foto: DERSTANDARD/G. Heide

Im Jahr 2034 hat, wer über 80 ist, neben Selbstmord oder Euthanasie noch eine Möglichkeit: Man kann sich einem Test stellen. Und bekommt, wenn man besteht, ein, zwei Jahre Aufschub gewährt. In Exstasy Rave harren fünf Personen der Ergebnisse: Die Nerven liegen blank. Im Zeichnen dieser Figuren beweist Constanze Denning-Staub viel Geschick. Ist sie doch Psychiaterin.

Als Stück bleibt "Exstasy Rave" ob der Unlogik dennoch ein Ärgernis. Denn warum lässt sich der Jurist Anton Lesiak (Manfred Weissensteiner) überhaupt prüfen, wenn er alles dazu tut, um nicht zu bestehen? Warum fällt gerade Ernst Brand, logischerweise Feuerwehrmann, durch - als Fittester? Nur weil sein eher rechtes Gedankengut der Autorin nicht passt? Warum bemerkt der Moderator erst in der Liveshow, dass er seinen Exchef ins Jenseits schicken muss?

Schade. Denn die Produktion, im Grazer Theater am Ortweinplatz von Deborah Epstein aus der Taufe gehoben, besticht. Dank eines beklemmenden Bühnenraums in Krankenhausgrün, das Designer Alexander Kada mit Piktogrammen ergänzte. Und dank eines hervorragenden Ensembles. (trenk/DER STANDARD, Printausgabe, 28.1.2003)