Mainz - Mainzer Forscher haben mit italienischen Kollegen auf Sardinien eine neue Fledermausart entdeckt. Das teilte die Johannes-Gutenberg-Universität am Montag in Mainz mit. Das "sardische Langohr" unterscheide sich deutlich von den vier anderen Langohr-Fledermäusen in Europa - durch die auffallende Länge des Ohrdeckels, eine steife Hautfalte in der Ohrmuschelöffnung.

Außerdem entdeckten die Forscher auf Sardinien eine bisher unbekannte Unterart des in Europa überall verbreiteten Braunen Langohrs (Plecotus auritus). "Die Existenz dieser beiden Fledermausarten, die nur auf Sardinien vorkommen, zeigt die große Bedeutung der Insel für die Erhaltung der europäischen Fledermaus-Population", heißt es in einer wissenschaftlichen Veröffentlichung der Forschergruppe in der Fachzeitschrift "Acta Chiropterologica".

"Hochgradig schützenswert"

"Die Population des sardischen Langohrs scheint nicht so klein zu sein. Weil es aber nur auf Sardinien vorkommt, ist es hochgradig schützenswert und wird auf der Roten Liste der in Europa schützenswerten Arten ganz nach oben kommen", erklärte Andreas Kiefer zu der Entdeckung.

Kiefer und Michael Veith vom Institut für Zoologie der Gutenberg-Universität sowie Mauro Mucedda und Ermanno Pidinchedda vom Zentrum für die Beobachtung und den Schutz der Fledermäuse auf Sardinien haben die neue Art mit dem wissenschaftlichen Namen Plecotus sardus an drei stark bewaldeten Stellen auf Sardinien gefunden. "Es wäre nicht verwunderlich, wenn wir auf Sardinien noch weitere Arten finden", sagte Kiefer. "Was die Fledermaus-Fauna auf der Insel betrifft, stehen wir im Grunde noch am Anfang unseres Wissens." (APA/dpa)