Wien - Die "Scheidungskosten" belaufen sich auf rund zwei Millionen Euro, eineinhalb Millionen bleiben quasi als dauernde "Lebenshaltungskosten", eine halbe Million ist für einmalige Investitionskosten veranschlagt: So viel Geld wird nötig sein, um die Trennung der Medizinischen Fakultät Wien von der Universität Wien zu organisieren, und eine eigene Medizinische Universität aufzubauen, sagte Medizin-Dekan Wolfgang Schütz am Montag.

Derzeit plant der Gründungskonvent der Medizin-Uni in spe - sie soll per Jänner 2004 in die Autonomie entlassen werden - die künftige Organisation der neuen Uni. Eine "reale Trennung" von der Hauptuni durch Schaffung eigener Einheiten (Personal-, Finanzabteilung) wäre sicher am teuersten. Überlegt werden Leistungsvereinbarungen mit der Uni Wien über die Nutzung gemeinsamer Einrichtungen oder die Auslagerung von Aufgaben in eine "Ressourcengesellschaft".

Besonders wichtig, aber auch kompliziert, ist die Kooperation mit dem AKH. Schütz, Reinhard Krepler, ärztlicher Leiter des AKH, und Konventsvorsitzender Arnold Pollak halten eine "Betriebsführungsgesellschaft" zwischen Medizin-Uni, AKH, Stadt Wien als AKH-Eigentümerin und idealerweise dem Bund, für am "sinnvollsten". Wobei es seitens des Bundes noch nicht geklärt sei, ob er in einer Betriebsgesellschaft auch vertreten sein werde, oder nur den gesetzlich garantierten "klinischen Mehraufwand" für Forschung und Lehre am AKH (1,66 Mrd. Euro pro Jahr) überweist. (nim/DER STANDARD, Printausgabe, 28.1.2003)