Brüssel - Der Lachs am Festtagsteller dürfte schon beim nächsten Weihnachtsfest wesentlich blasser sein. Denn die EU-Kommission hat heute beschlossen, den Zusatz des Farbstoffes Canthaxantin, dem der Zuchtlachs erst seine rote Tönung verdankt, ab 1. Dezember 2003 massiv einzuschränken. Grund für die Maßnahme ist der Verdacht, dass hohe Konzentrationen von Canthaxantin im Essen bei Menschen Sehstörungen verursachen könnten.

Betroffen ist von der Maßnahme auch Hühnerfutter. Geflügel wird der Farbstoff verfüttert, damit Haut und Eidotter eine zart gelbe Farbe erhalten. Auch das entspreche nur einem optischen Bedürfnis der Konsumenten und habe keine Auswirkung auf die Qualität der Eier, hält die EU-Kommission fest.

Geschummelt

Der Farbstoff ändere nichts an der Qualität der Lebensmittel, erläuterte Kommissionsprecherin Beate Gminder am Montag vor der Presse. Es sei aber eine "Gewohnheit" der Konsumenten, dass Lachsfleisch mehr oder weniger zart rosa sein müsse. In der Natur entstehe die Färbung dadurch, dass die Fische Krabben fressen. Wildlachse seien in der Regel auch viel weniger rot als Zuchttiere.

Bisher durften bis zu 80 mg Canthaxanthin pro Kilo Futtermittel beigemischt werden. In Zukunft werden es 25 mg/kg Futtermittel für Lachse und Masthühner sowie 8 mg/kg für Legehennen sein. Die Mitgliedsländer müssen die neuen Bestimmungen bis 1. Dezember 2003 in nationales Recht umsetzen.(APA)