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Der Paschtunenführer Hekmatyar war ein enger Verbündeter der USA und Pakistans während des Krieges gegen die sowjetischen Besatzer in den 80-er Jahren. Im Bürgerkrieg von 1992 bis 1996 war er maßgeblich an der Zerstörung Kabuls beteiligt. Schließlich setzte er seine Ernennung zum Premier durch den damaligen Präsidenten Burhanuddin Rabbani durch. Nach der Eroberung Kabuls durch die Taliban hatte er sich in den Iran abgesetzt.

Foto: Reuters/ str

Bagram - In Südostafghanistan toben gegenwärtig die schwersten Kämpfe zwischen US-Soldaten und Gegnern seit fast einem Jahr. Dabei seien Kampfflugzeuge und Kampfhubschrauber zum Einsatz gekommen, teilte die US-Armee am Dienstag auf dem Stützpunkt Bagram mit. Mindestens 18 Kämpfer der fundamentalistischen Miliz "Hezb-i-Islami" des Paschtunenführers und afghanischen Expremiers Gulbuddin Hekmatyar seien getötet worden.

Das US-Militär sprach von dem größten Einsatz seit der Operation "Anaconda" im März 2002. Damals hatten 1500 US-Soldaten versucht, rund 1000 Kämpfer des Ex-Taliban-Regimes und der Terrororganisation Al-Kaida aus den Bergen im Osten Afghanistans zu vertreiben. Die neuen Kämpfe hätten Montag begonnen, nachdem die US-Truppen und ihre afghanischen Verbündeten in der Gebirgsregion Ada Ghar eine Gruppe von 80 bewaffneten Kämpfern aufgespürt habe. Laut der Provinzverwaltung von Kandahar umstellten rund 300 US-Soldaten das Kampfgebiet. Rund 8000 US-Soldaten suchen weiter nach Exponenten der Taliban-Regimes und der Al-Kaida.

Hekmatyar hatte die USA zuletzt als "Mutter des Terrorismus" bezeichnet und zum "heiligen Krieg" gegen sie und ihre "Marionetten" aufgerufen. Der Paschtunenführer war früher ein enger Verbündeter der USA und Pakistans während des Krieges gegen die sowjetischen Besatzer in den Achtzigerjahren. Im Bürgerkrieg von 1992 bis 1996 war er maßgeblich an der Zerstörung Kabuls beteiligt.

Schließlich setzte er seine Ernennung zum Premier durch den damaligen Präsidenten Burhanuddin Rabbani durch. Nach der Eroberung Kabuls durch die Taliban hatte er sich nach Iran abgesetzt. Nach pakistanischen Presseberichten soll Hekmatyar inzwischen erneut Stützpunkte in sämtlichen Landesteilen aufgebaut haben. (Reuters, AFP, AP, DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 29.1.2003)