New York - Ein amerikanischer Richter, der über Klagen von Apartheidopfern gegen Schweizer Banken und Unternehmen entscheiden sollte, ist zurückgetreten. Er habe persönliche "finanzielle Interessen" auf Seiten der Angeklagten, erklärte Richard Casey. Das US-Gesetz sieht in einem solchen Fall vor, dass sich der Richter zurück zieht. Das Richter-Gremium hat nun John E. Sprizzo vom südlichen Bundesbezirksgericht in Manhattan zum Vorsitzenden des Gerichtes ernannt. Er soll über die in acht verschiedenen US-Bundesstaaten eingereichten Apartheid-Klagen entscheiden.

Gemäss dem Entscheid des Gremiums soll die von Michael Hausfeld eingereichte Klage der Organsiation der Apartheid-Opfer, Khulumani, gemeinsam mit den Sammelklagen des US-Anwalts Ed Fagan behandelt werden. Hausfeld will dagegen Einspruch erheben, wie eine Mitarbeiterin der Anwaltskanzlei gegenüber der Schweizer Nachrichtenagentur sda bestätigte.

Der Termin vor dem östlichen Bundesbezirksgericht von New York, stehe immer noch, sagte die Mitarbeiterin. Richter Nicholas Garaufis wolle Hausfelds Klage separat behandeln. Die Anwälte der Verteidiger haben aber einen Antrag auf Aufschub gestellt. Laut Fagan wird Hausfelds Einspruch das gerichtliche Vorgehen nur verzögern.

Der neu zuständige Richter Sprizzo hat noch keinen Termin für eine Anhörung fest gelegt. Der Richter habe die Fälle eben übertragen bekommen und könne sich noch kein Bild machen, sagte der Assistent des Richters der sda. Die Klagen richten sich unter anderen gegen die Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse sowie die Unternehmen Nestle, Holcim, Schindler, Ems und Oerlikon Bührle.(sda)