Wien - Wer zu wenig schläft, muss unter Umständen mit einer verminderten Hirnleistung rechnen. Bei Intercontinentalflügen führen Jetlag und Schlafentzug zu Müdigkeit und zu reduzierter Denkleistung, hieß es am Montag in einer Aussendung von Gesundheit und Medizin. Laut einer Studie eignet sich die biologische und körpereigene Substanz NADH (Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid) als Gegenmittel. Erstmals stabilisiert wurde sie von dem österreichischen Arzt und Wissenschafter Dr. Jörg Birkmayer.

Mehr als 1.000 Stoffwechselreaktionen werden durch NADH, einer reduzierten Form des Coenzyms I, gesteuert. Sinkt der Pegel dieses Stoffes im Körper, sinkt auch die Konzentration der Neurotransmitter im Gehirn und die Gehirnleistung lässt nach.

Leistungstest nach 24 Stunden ohne Schlaf

Bei der Jetlagstudie wurden 35 Probanden von der Westküste der USA über Nacht an die Ostküste geflogen. Fünfzig Prozent der Beteiligten litten an erhöhter Schläfrigkeit. Nach der Einnahme von NADH hatten Kandidaten danach signifikant bessere Werte als Probanden mit Placebo, hieß es in der Pressemitteilung. Beim Versuch des Schlafentzugs mussten die Versuchspersonen einen Tag und eine Nacht unter EEG-Kontrolle wach gehalten. Am Morgen nach der schlaflosen Nacht erhielten sie NADH oder Placebo und mussten Hirnleistungstests absolvieren.

Kandidaten, die das Präparat eingenommen hatten, schnitten besser ab als am Tag zuvor. "Mit diesen Studien konnte eindeutig bewiesen werden, dass stabilisiertes NADH die durch Jetlag und/oder Schlafentzug verursachten negativen Wirkungen auf die Hirnleistung verbessert". (APA)