Die Wiener Arbeiterkammer (AK) verschärft ihr Vorgehen gegen Anbieter irreführender Gewinnspiele. "Trotz der gesetzlichen Maßnahmen hat das Unwesen nicht abgenommen. Im Gegenteil, die Firmen werden immer unverfrorener", so Harald Glatz von der AK heute, Dienstag, bei einer Pressekonferenz in Wien. Die Organisation forderte ein Verbot derartiger Gewinnspiele.

2.500 Beschwerden jährlich

Bei den Konsumentenschützern gehen pro Jahr rund 2.500 Beschwerden über derartige Zusendungen ein. Den Verbrauchern werden meist hohe Gewinnsummen oder Reisen versprochen, sofern sie eine Bestellung aufgeben, einen Bargeldbetrag einzahlen oder eine kostenpflichtige Nummer anrufen. Dass ihre tatsächlichen Chancen, zu dem Hauptpreis zu kommen, extrem gering ist, findet sich versteckt im Kleingedruckten oder gar an der Innenseite des Kuverts.

"Generelles Verbot" sinnvoll

Die Arbeiterkammer geht vor allem mit Klagen gegen die Unternehmen vor. In mehreren Fällen wurden die Firmen bereits dazu verurteilt, die versprochene Gewinnsumme auszuzahlen, andere wurde wegen unlauteren Wettbewerbs verurteilt. "Letztlich ist aber nur ein generelles Verbot derartiger Gewinnspiele sinnvoll", so Glatz.

Gewinnchance klar erkenntlich machen

Um die Lage für die Konsumenten zumindest zu verbessern, sollten die Firmen die Gewinnchance der Teilnehmer klar erkenntlich machen. Bei kostenpflichtigen Nummern sollte nicht nur der Preis pro Minute angegeben sein, sondern auch wie lange das Gespräch dauern wird.

ÁK: Nicht reagieren

Den Verbrauchern rät die AK, auf derartige Zusendungen nicht zu reagieren. "Tatsächliche Gewinne kommen nicht mit der normalen Post sondern in der Regel eingeschrieben", meinte Glatz. Angegebene kostenpflichtige Telefonnummern sollten keinesfalls angewählt werden. Eine Klage sollte nur in Erwägung gezogen werden, wenn eine Rechtsschutzversicherung vorhanden ist. (APA)