Ein Mitglied der freiwilligen Feuerwehr im australischen Staat Victoria ist am Dienstag unter dem Vorwurf der Brandstiftung einem Richter vorgeführt worden. Der 18-Jährige soll in den vergangenen sechs Wochen nördlich von Melbourne zwölf Feuer gelegt haben. Eines von ihnen soll 30 Hektar Staatswald vernichtet haben, Häuser waren aber nicht bedroht. Der Beschuldigte bleibt vorerst in Untersuchungshaft.

Entspannung am Dienstag

In den Buschbrand-Gebieten hat sich die Lage am Dienstag vorübergehend entspannt. Ein Feuer, das am Vortag die Stadt Lancelin im Westen des Landes bedroht hatte, habe eingedämmt werden können, meldeten australische Medien.

Brandschneisen

Im Nordosten von Victoria und im Süden von New South Wales nutzten 5.000 Feuerwehrleute die vorübergehend günstigere Witterung, um Brandschneisen zum Schutz gefährdeter Gebiete zu schlagen. Bereits ab Mittwoch werden wieder Hitze und starker Wind erwartet, die die seit drei Wochen wütenden Buschbrände voraussichtlich wieder anfachen werden. Die Lage werde sich dann deutlich verschlechtern, sagte ein Feuerwehrsprecher in New South Wales.

Mehreren Ortschaften in Victoria nähert sich eine 120 Kilometer breite Flammenwand. Allein in dem Staat haben die Brände seit dem 8. Jänner 4.000 Quadratkilometer Land verwüstet. Die Feuersbrunst gilt als eine der größten Naturkatastrophen, von denen Australien je heimgesucht wurde.

Notstand in Canberra für beendet erklärt

In der Hauptstadt Canberra wurde der vor zehn Tagen ausgerufene Notstand für beendet erklärt. Am vorvergangenen Wochenende hatten schwere Buschfeuer dort mehrere Vororte verwüstet und 530 Häuser zerstört. Vier Menschen starben. Zuletzt wütete noch ein Buschbrand in zehn Kilometern Entfernung von Canberra. (APA)