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Die Vizepräsidentin des Dachverbandes von ATTAC, Susan George.

Foto: Reuters/ str

Porto Alegre/Berlin - Die Bush-Administration verfolge mit ihren Irak-Kriegsplänen eine "große Strategie", bei der es "sicherlich nicht allein ums Öl" gehe; sie breche vielmehr mit dem 350 Jahre alten westfälischen System, erklärte die Vizepräsidentin des Antiglobalisierungs-Dachverbandes ATTAC, Susan George, am Rande des Weltsozialforums in Porto Alegre in einem Interview für die deutsche Zeitung "Junge Welt". "Der sehr wahrscheinliche Angriff auf den Irak wird schlicht das Neandertal-System wieder einführen: Der Kerl mit der größten Keule gewinnt."

"Bush und seine Leute haben den 11. September 2001 meisterhaft genutzt, um bürgerliche Freiheiten abzubauen und die Mehrheit der Bevölkerung vor ihren Karren zu spannen. In gewissem Maße ist dafür auch ein Krieg ganz nützlich. Und schließlich ist der Irak in einer geopolitisch wichtigen Position. All diese Dinge spielen eine Rolle", sagte George, Direktorin des "Transnational Institute" in Amsterdam, das sich der Beobachtung international agierender Konzerne verschrieben hat. Man müsse nicht ein Freund Saddam Husseins sein, um diesen Krieg konsequent abzulehnen. "Die meisten Opfer werden Zivilisten sein". Der britische Labour-Premier Tony Blair sei "ungefähr so sehr Sozialist wie mein Labrador-Hund", meinte George. (APA)