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Zehntausende protestierten in Porto Alegre gegen den drohenden Krieg im Irak.

Foto: APA/ AFPI / MAURICIO LIMA

Porto Alegre - Mit einer Großkundgebung gegen Krieg und Globalisierung ist das dritte Weltsozialforum im südbrasilianischen Porto Alegre zu Ende gegangen. Mehrere zehntausend Teilnehmer demonstrierten am Ende des sechstägigen Treffens gegen einen möglichen Irak-Krieg. Außerdem richtete sich die Kundgebung am Montagabend gegen die von den USA propagierte amerikanische Freihandelszone. "Kein Angriff auf den Irak" stand auf mitgeführten Transparenten. Für den 15. Februar riefen Sprecher zu weltweiten Demonstrationen gegen den drohenden Krieg auf.

Mit Parolen gegen die geplante Amerikanische Freihandelszone (FTAA), gegen den Irak-Krieg und für "Frieden und Gerechtigkeit für ganz Amerika" erinnerten die Demonstranten noch einmal an die Themen, um die sich das Treffen gedreht hatte. Teilnehmer aus aller Welt waren zu den Seminaren, Vorträgen und Kundgebungen angereist. Zahlreiche Menschenrechts-, Friedens- und Anti-Globalisierungsgruppen waren vor Ort. Als Redner traten unter anderem der brasilianische Präsident Luiz Inacio "Lula" da Silva und der venezolanische Präsident Hugo Chavez auf. Positive Bilanz

Noch vor einer abschließenden Zusammenkunft am Dienstag zogen Beteiligte an dem Treffen der Globalisierungskritiker eine positive Bilanz. Es seien Kontakte zu ausländischen Gruppen mit gleichen Zielen geknüpft und gemeinsame Strategien ausgearbeitet worden, sagte Marc Engelhardt von der Umweltschutzorganisation Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Unter anderem sei es um die Ausarbeitung von Sozial- und Umweltstandards zur Begrenzung der Macht internationaler Konzerne gegangen. "Man lernt hier die Leute aus anderen Ländern kennen, schmiedet Pläne und dann kann man auch zu Hause an der Verbesserung der Welt arbeiten", beschrieb Engelhardt die Wirkung des Treffens mit über 100.000 Menschen aus 156 Ländern.

Oliver Moldenhauer von ATTAC-Deutschland nannte den Widerstand gegen die amerikanische Freihandelszone, die Bekämpfung der Steuerflucht sowie den Aufbau eines Informationsportals im Internet als Schwerpunktthemen. Außerdem seien Aktivitäten vor der nächsten Ministerrunde der Welthandelsorganisation WTO vom 9.-14. September im mexikanischen Cancun vereinbart worden. Dabei gehe es darum, eine Ausweitung der Macht der Konzerne in der WTO zu verhindern, sagte Moldenhauer. (APA/dpa/AFP)