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Die ÖH will auf Grund eines Rechenfehlers vom Vorjahr, heuer einen Euro mehr von den Studierenden einheben.

foto: apa/dpa/breloer

Wien - Die Studenten müssen im kommenden Wintersemester der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) vielleicht doch keinen Sonderbeitrag in der Höhe von einem Euro entrichten. Der Beschluss eines solchen Beitrags wäre nur möglich, wenn dieser zur Erfüllung besonderer Aufgaben verwendet werde, argumentiert der Obmann der bürgerlichen AktionsGemeinschaft (AG), Christoph Rohr, gegenüber der APA. Die Einhebung war von der vom Verband Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ) und Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS) gestellten ÖH-Führung ins Spiel gebracht worden, da auf Grund eines Fehlers bei der Indexanpassung den Studenten im laufenden und im kommenden Semester ein um je 50 Cent zu niedriger Beitrag vorgeschrieben wird.

Solche besonderen Aufgaben würden aber nicht vorliegen, meinte Rohr, dessen Fraktion in der Bundesvertretung, dem österreichweiten Studentenparlament, der Einhebung eines Sonderbeitrags zustimmen müsste. Das Bildungsministerium als Aufsichtsbehörde der ÖH würde einer solchen Maßnahme daher eventuell nicht zustimmen.

Zunächst werde es daher mit dem Ministerium im Februar ein Gespräch geben, in dem dessen Einstellung zu einem Sonderbeitrag erörtert würde, so Rohr. Stimme es einem solchen zu, werde sich die AG bei einer außerordentlichen Bundesvertretungs-Sitzung Anfang März auch dafür aussprechen. Ansonsten schlägt Rohr vor, dass die Bundes-ÖH den unteren Ebenen, also den Universitäts-, Fakultäts- und Studienrichtungsvertretungen, den durch den zu geringen Beitrag entstandenen Schaden rasch ersetzt. Dabei gehe es um rund 130.000 Euro, also rund 70 Prozent des voraussichtlichen Gesamt-Schadens. "Wie die Bundes-ÖH dann zu ihrem Geld kommt, muss sie selber schauen", so der AG-Chef.

Einer Klage gegen die damalige ÖH-Vorsitzende Anita Weinberger (GRAS) stehe hingegen nicht im Raum, betonte Rohr: "Das bringt nix, jemanden für einen Fehler bei ehrenamtlicher Arbeit zu klagen."

Die ÖH-Führung will weiterhin einen Sonderbeitrag einheben. "Wir streben diese Lösung nach wie vor an", hieß aus der Hochschülerschaft. Die vorgeschlagene Maßnahme wäre am vernünftigsten - jene Studenten, die heuer um insgesamt einen Euro zu wenig gezahlt haben, sollten diesen im Herbst "nachzahlen". (APA)