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Chicago - Ein 60-jähriger Australier hat 32 Tage nach einer Lebertransplantation durch das neue Organ eine lebensbedrohliche Allergie auf Cashew-Nüsse entwickelt. Die Leber stammte von einem 15-jährigen Jungen, der an den Folgen einer anaphylaktischen Reaktion auf Erdnüsse verstarb. Die Ärzte des Royal Prince Alfred Hospitals empfehlen, die gespendeten Organe einem Allergie-Screening zu unterziehen. Die Allergie hätte vermieden werden können, hätte man sich im Zuge des Beschaffungsprozesses der Leber Informationen über die Gesundheitsgeschichte des Spenders eingeholt.

Der Empfänger erhielt die Leber infolge einer chronischen Hepatitis B und der Diagnose Krebs. Einen Tag nach dem Verlassen des Krankenhauses aß der Patient Cashew-Nüsse. Innerhalb von fünfzehn Minuten resultierte der Genuss in einer Anaphylaxie, also einer schwerwiegenden allergischen Reaktion, die kurze Zeit nachdem ein Patient einem Allergen ausgesetzt wurde, auftritt.

Tests zeigten, dass der Patient eine Allergie gegen Cashew-Nüsse, Erdnüsse und Sesam hatte. Auf alle drei reagierte auch der Spender allergisch. Die Reaktion des Empfängers könnte dadurch erfolgt sein, dass die neue Leber allergie-auslösende Antikörper enthielt, vermuten die Ärzte. Elf Monate nach der Transplantation zeigten weitere Tests, dass die Allergie abnahm. (pte)