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Organisiert Schutzzonen vor seinem Ambulatorium selbst: Christian Fiala
APA/Fohringer

Nachdem AktivistInnen von Human-Life-International (HLI) mit Vorwürfen der "sexuellen Belästigungen" vor dem Wiener Gynmed-Ambulatorium an die Öffentlichkeit gegangen sind (mehr dazu hier), meldet sich der Leiter der Klinik, Christian Fiala, nochmals zu Wort, um die jahrelange Verfolgung von Frauen durch die AktivistInnen in Erinnerung zu rufen.

Spießrutenlauf

"Frauen, die zum Abbruch kommen, fallen den selbsternannten Sittenwächtern in die Hände, sobald sie sich der Klinik nähern. Diese – meist – Männer halten die Frauen offenbar für Freiwild", beschreibt Fiala. Diese selbsternannten "stillen Beter" sind dann doch nicht so still: Im Gegenteil, so Fiala, stellten sie sich den Frauen in den Weg, oft auch zu mehreren, redeten auf sie ein, Beleidigungen und Vorwürfe inklusive, und gingen so weit, ihnen und ihren Kindern so genannte Aufklärungsbroschüren und Plastikmodelle von Föten aufzudrängen. "Das müssen sich Frauen gefallen lassen, wenn sie von ihrem Recht auf Abbruch Gebrauch machen wollen, das seit 30 Jahren gesetzlich verbrieft ist", beschreibt Fiala den Alltag vor seinem Ambulatorium.

Schutzzonen als Rahmenbedingungen

Um die Frauen vor den aggressiven Übergriffen auf den letzten Metern vor der Klinik zu schützen, hat Gynmed eigene Helfer organisiert, die die FanatikerInnen ablenken und beschäftigen. Fiala: "Frauen überlegen sich gründlich und verantwortungsbewusst, ob sie eine Schwangerschaft austragen oder abbrechen. Niemand hat das Recht, sie zu behindern, zu beschimpfen oder ihnen Vorwürfe zu machen." Die Klinik sei bemüht, den Frauen eine "fürsorgliche und respektvolle Atmosphäre" zu sichern - was eigentlich Aufgabe des Staates sei, betont Fiala, der Schutzzonen als Rahmenbedingungen für ein bereits 1975 verabschiedetes Gesetz einfordert. "Bis es soweit ist, stellen wir den Frauen für die letzten paar Meter Helfer zur Seite." (red)