Am 1. Dezember ist es soweit: Die EU-Richtlinie zur Gleichbehandlung von Männern und Frauen "beim Zugang zu und bei der Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen" tritt in Kraft. So müssen künftig die Kosten bei privaten Krankenversicherungen angepasst werden, was bedeuten kann, dass Prämien für Frauen günstiger werden, während jene der Männer steigen können. Das gilt für neu abgeschlossene Versicherungsverträge, nicht für bestehende. Bislang trugen ausschließlich Frauen die Kosten von Schwangerschaft, Entbindung und Mutterschaft.

Individuelle Preisgestaltung

Auch ansonsten schreibt die Richtlinie für die "Unisex-Prämie" zwar eine grundsätzliche Gleichbehandlung von Männern und Frauen auch im Versicherungsbereich vor, erlaubt aber unterschiedliche Preisgestaltung, wenn der Unterschied durch versicherungsmathematische Grundlagen belegt ist. Solche Grundlagen sind etwa die Sterbetafeln in der Lebensversicherung, oder Unfallstatistiken, die unterschiedliche Schadenshäufigkeiten nach Geschlechtern zeigen.

Wenn also Versicherungsprämien geschlechtsspezifisch berechnet werden, müssen dafür statistische Grundlagen vorliegen und die Unterschiede, die sich daraus ergeben, auch veröffentlicht werden. Das betrifft etwa die Lebensversicherung samt Pflege-, Berufsunfähigkeits- und Dread-Disease-Versicherung, aber auch Kfz-, Unfall- und Krankenversicherung - sofern unterschiedliche Prämien verlangt werden. (red)