Bestätigt von den Ergebnissen des OECD-Berichts sehen sich sowohl die Regierung als auch die Grünen. "Die Vereinbarkeit hat höchste Priorität", erklärte Frauenministerin Doris Bures (SP). Sie verwies auf den besiegelten Ausbau der Kinderbetreuungsplätze. "Wir sind auf dem richtigen Weg", konstatierte auch VP-Staatssekretärin Christine Marek. Sowohl Bures als auch Marek lobten das von der Regierung beschlossene Kinderbetreuungspaket, das ein entscheidender Schritt in die richtige Richtung sei. Auch das flexible Kindergeld, das Eltern ab kommenden Jahr zur Verfügung steht, werde zu Verbesserungen bei der Frauenbeschäftigung oder bei der Vereinbarkeit von Job und Familie führen.

Für die grüne Familiensprecherin Sabine Mandak unterstreicht der Bericht die dringliche Notwendigkeit von zusätzlichen Maßnahmen. So würden Hürden des Alltags, wie beispielsweise nicht zusammenpassende Berufs-undBetreuungszeiten von Kinderbetreuungseinrichtungen, aber auch etwa der Stress, den Eltern bekommen, wenn Kinder krank sind, die Vereinbarkeit erschweren. "Hier fehlt es an guten gesetzlichen Rahmenbedingungen ebenso wie an einer familienfreundlichen Einstellung der Unternehmen."

Für die ÖGB-Frauenvorsitzende Renate Csörgits zeigt die OECD-Studie, dass Österreich dringend an seiner Zahl der qualitativen Kinderbetreuungseinrichtungen arbeiten muss. (red/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30.11. 2007)