London - Ein Büstenhalter mit eingebauten Sensoren soll Hersteller von Unterwäsche dazu veranlassen, tragbarere und bequemere Designs zu entwickeln. Ein ForscherInnenteam der australischen Wollongong Universität geht davon aus, dass durch ihre Kreation der Komfort zukünftiger Büstenhalter deutlich erhöht werden könne, berichtet BBC-Online.

Großer Teil hat Brustschmerzen beim Sport

Was die ForscherInnen mit ihrer Erfindung erreichen wollen, ist eine Verringerung von Langzeitschäden durch schlecht sitzende Büstenhalter, vor allem während körperlicher Betätigung. Derzeit werden Büstenhalter nur mit einfachen Sensoren in Laboratorien getestet, und dabei können Veränderungen, wie sie beim Sport geschehen, nicht oder nur sehr schlecht nachvollzogen werden, berichten die ForscherInnen im Fachmagazin Journal of Biomechanics.

Das gerade sei aber das Problem, denn 45 bis 60 Prozent aller Frauen leiden bei sportlichen Aktivitäten unter Brustschmerzen, wie dies Joanna Scurr von der Portsmouth University in einer Studie festgestellt hat. Die Schmerzen traten dabei sowohl beim gemütlichen Joggen als auch beim Sprint auf.

Fehlgriffe beim Einkauf

Ursache dafür sind schlecht sitzende oder einfach falsch gekaufte Büstenhalter. Einer Schätzung nach tragen bis zu 70 Prozent der britischen Frauen die falschen Büstenhalter. Die Folge davon sind Rücken- und Schulterschmerzen. "Das ist eine wichtige Körperregion, denn so viele Frauen leiden unter Schmerzen, geben dies bei Untersuchungen aber nicht an", so Scurr.

Nicht zu lange tragen

Jegliche Verbesserung der Büstenhalter könne nur Vorteile für Frauen bringen, meint die Sportwissenschaftlerin. Frauen sollten darauf achten, dass ihre Büstenhalter gut passen und dass sie diese Kleidungsstücke nicht zu lange benutzen. Einige der Probandinnen hätten ihre BHs bereits seit zehn Jahren In Verwendung. "Beim Sport haben sich jene Büstenhalter besser bewährt, die zwei separate, rund umschließende Körbchen haben." Die modernen Designs, die die Brüste in den Brustkorb drücken und dabei die Bewegung stoppen, wären dabei wesentlich schlechter geeignet. SportmedizinerInnen empfehlen vor allem bei Laufsportarten das Tragen spezieller Sport-BHs. (pte)