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Im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Arbeit Schroeders steht die RNA.
APA/Schlager

Die Wiener Mikrobiologin Renee Schroeder hat die von ihr immer wieder kritisierte "gläserne Decke", die Frauen in ihrer wissenschaftlichen Karriere behindert, noch doch durchbrochen. Wie die Uni Wien am Mittwoch mitteilte, wurde Schroeder unbefristet zur Professorin für RNA-Biochemie am Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Wien berufen.

Schroeder war seit 1995 außerordentliche Professorin an der Uni Wien und erhielt bereits im April 2006 eine Vertragsprofessur für RNA-Biochemie. Diese war jedoch für zwei Jahre befristet. Nun erhielt Schroeder nach einem Berufungsverfahren ab 1. Dezember eine unbefristete Professur - ein Schritt auf der Karriereleiter, der bisher vielen Frauen verwehrt wurde, was Schroeder immer wieder als "gläserne Decken" bezeichnet hat, die Frauen in ihrer universitären Laufbahn behindern.

Jobangebot im Ausland war Grund

Schroeder freut sich sehr über die Berufung, "endlich" meinte sie. Für sie ist die "gläserne Decke" aber nur "teilweise" durchbrochen, ihre Berufung habe einen Grund gehabt: "Ich hatte ein super Job-Angebot aus dem Ausland, und oft bewegt sich erst dann was in Österreich, wenn die Gefahr besteht, dass man ins Ausland geht", sagte die Wissenschafterin.

Schroeder, geboren am 18. Mai 1953 in Brasilien, wurde 2003 mit dem Wittgenstein-Preis ausgezeichnet, ist seit 2005 Leiterin des Departments für Biochemie der Max F. Perutz Laboratories der Uni Wien und seit 2005 Vizepräsidentin des Wissenschaftsfonds FWF. Im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Arbeit Schroeders steht die RNA, ein dem Träger der Erbinformation DNA ähnliches Molekül (im Gegensatz zur zweisträngigen DNA ist RNA nur einsträngig), das in der Zelle für die Umsetzung von genetischer Information in Proteine verantwortlich ist.

Nicht allein

Mit Anfang Dezember ist es an der Uni Wien einer zweiten Frau gelungen, die "gläserne Decke" zu durchbrechen: Die 1972 in Graz geborene Juristin Brigitta Jud trat eine Professur für Zivilrecht an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät an. (APA)