Wer von den zehn Bewerbern das Projekt Gratis-Stadtrad im heurigen Jahr betreiben wird, will Planungsstadtrat Rudolf Schicker (SP) nun endlich bekannt geben. Hinter vorgehaltener Hand sickerten aber bereits einige Informationen durch, welches System zum Zug kommen wird.

Drei Sicherungssysteme hatte Schicker vor einem Monat als mögliche Lösung in Aussicht gestellt: Chipkarte, SMS oder Schlüssel. Donnerstag hieß es, der frühere Betreiber Viennabike habe sich nicht mehr beworben - also fällt die Variante Schlüsselpfand weg. Und SMS sei unrealistisch. Bleibt also die Chiplösung.

Weiters hieß es, die Räder sollen auch weiterhin gratis benutzbar sein, sie bekommen Vollgummireifen, die Anonymität soll fallen - und die Standorte sollen sich an den Haltestellen der öffentlichen Verkehrsmittel orientieren. Es habe sich im Vorjahr gezeigt, dass es zu wenig Räder für zu viele Standorte gegeben habe.

Die Bewerber können sich daher schon jetzt ausrechnen, ob sie zum Zug kommen oder nicht. Ausgesprochen verschnupft reagierte etwa bereits im Voraus Franz-Joseph Fraundorfer von der GCI Management AG: "Wir wurden bis jetzt nicht informiert." Er wollte das Münchner "Call a Bike" nach Wien bringen - und hatte schon Kooperationszusagen von Deutscher Bahn und ÖBB. Vorteil: Das "Call a Bike" bräuchte keine Subvention, da die Benützung nicht gratis wäre. Genau das will die Stadt aber nicht.

"Die anderen Bewerber werden Subventionen brauchen, weil sie ihren Finanzbedarf nicht über Werbekunden aufbringen können", rechnet Fraundorfer.

Es hat sich allerdings auch ein Unternehmen für das Gratisrad beworben, das im Hauptgeschäft primär und plakativ mit Werbung zu tun hat. Und das der SPÖ nicht gerade fern steht. (Roman Freihsl, DER STANDARD, 31.1.2003)