Der Download von Musik über unautorisierte Online-Tauschbörsen a la KaZaA kann für britische Internet-Cafes künftig teuer werden. Die britische Musikindustrie vertreten durch die British Phonographic Industry (BPI) hat sich in einem Rechtsstreit gegen das "Easyinternet Cafe" durchgesetzt, berichtet die BBC heute, Dienstag. Die BPI sowie die von ihr vertretenen Musiklabels fordern eine Entschädigung von bis zu einer Mio. Pfund (1,5 Mio. Euro). Das Gericht habe über die Höhe der Strafe noch nicht entschieden. Das Internet-Cafe nannte die Forderung der Industrie "exzessiv".

Fünf Pfund

Die Internet-Cafe-Kette des Unternehmers Stelios Haji-Ioannou hatte ihren Kunden für eine Gebühr von fünf Pfund (7,57 Euro) den Download von Musik sowie das Brennen auf CD erlaubt. Haji-Ioannou argumentiert, dass er nicht dafür verantwortlich gemacht werden könne, was seine Kunden an den Computern machen. Zudem biete sein Unternehmen diesen Service bereits seit September 2001 nicht mehr an. Das konnte jedoch das Gericht nicht überzeugen, das der Musikindustrie Recht gab.

Freude

BPI-Chairman Peter Jamieson freute sich über das Urteil. Es sei wichtig zur Unterstützung "lizenzierter Services". Die BPI hatte vor etwa eineinhalb Jahren geklagt. Nach einer Untersuchung hatte der Industrieverband in acht Städten hunderte Musik-Files auf den Festplatten der Internet-Cafe-Kette gefunden.(pte)