Jerusalem - Der Chef der bei den Parlamentswahlen in Israel erfolgreichen Shinui-Partei, Tommy Lapid, hat sich für die Bildung einer "laizistischen Regierung der nationalen Einheit" ausgesprochen. Seine "erste Priorität" sei die Zusammenarbeit mit der Likud-Partei von Ministerpräsident Ariel Sharon und der unterlegenen Arbeiterpartei von Amram Mitzna, sagte Lapid am Dienstagabend vor Journalisten. Seine Partei, die für die Trennung von Religion und Staat eintritt, konnte die Zahl ihrer Sitze im neu gewählten Parlament Prognosen zufolge von sechs auf 14 bis 17 mehr als verdoppeln.

Die sozialdemokratische Arbeiterpartei müsse "zu ihrer nationalen Verantwortung stehen und die Bildung einer Regierung mit der extremen Rechten verhindern, die uns in Kriege ohne Ende führen würde", appellierte Lapid. Die Arbeiterpartei, die bei der Abstimmung ihr bisher schlechtestes Ergebnis verbuchte, schloss eine neue Koalition mit der Likud-Partei ausdrücklich aus. Als Alternative bliebe Sharon die Zusammenarbeit mit ultraorthodoxen Parteien.

Der Chef der linksgerichteten Meretz-Partei deutete seinen Rücktritt an. "Wenn die Partei tatsächlich auf fünf Sitze fällt, werde ich die Verantwortung übernehmen", sagte Yossi Sarid vor Journalisten. Bei den Wahlen 1999 hatte seine Partei noch zehn Sitze verbuchen können. Ex-Minister Yossi Beilin, der jüngst von der Arbeiter- zur Meretz-Partei gewechselt war, bezeichnete den Ausgang der Wahl als "schmähliche Niederlage für das Friedenslager". (APA)