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Palästinenserpräsident Yassir Arafat und sein Berater Nabil Abu Rudeina

Foto: EPA/AFPI/Awad Awad

Ramallah - Die Palästinenserführung hat enttäuscht auf den überraschend hohen Wahlsieg der Likud-Partei von Israels Ministerpräsident Ariel Sharon reagiert. Zugleich bot Arafat-Berater, Nabil Abu Rudeina, am Mittwoch in Ramallah die Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen ohne Vorbedingungen an. Sollte sich Sharon an den Verhandlungstisch setzen, werde er in den Palästinensern einen Friedenspartner finden, der zu einem Abkommen über jedes strittige Detail bereit sei.

Dagegen sagte Arbeitsminister Ghassan Khatib, dass Sharons Wahlsieg keine gute Nachricht für den Friedensprozess sei. Kommunalminister Saeb Erekat drückte die Befürchtung aus, dass Sharon nach der Wiederbesetzung des Westjordanlandes in seiner zweiten Amtszeit den Gazastreifen besetzen könnte. Die Wiederwahl Sharons bedeute, dass der Friedensprozess weiter eingefroren bleibe und Zerstörung und Eskalation des Konflikts weitergingen.

Bei der vorgezogenen Parlamentswahl in Israel hat es einen deutlichen Rechtsruck und schwere Stimmeneinbußen für das Friedenslager gegeben. Die Likud-Partei Sharons kann nach ersten Prognosen mit bis zu 36 der 120 Parlamentssitze rechnen. Dagegen hat die oppositionelle Arbeitspartei eine historische Niederlage einstecken müssen. Nach Wählerbefragungen erzielte sie mit bis zu 18 Sitzen das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte. (APA/dpa)