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Im Streit zwischen der Telekom Austria (TA) und dem Profinet sieht der oberste Telekom-Regulator Georg Serentschy keine Möglichkeit zum Eingreifen. Es gebe keine Informationen, wonach die TA ihre marktbeherrschende Stellung missbraucht hätte, sagte Serentschy am Dienstagabend bei einem Hintergrundgespräch vor Journalisten.

Trennung wurde angekündigt

Die TA hat Profinet eine Trennung der Leitungen angekündigt, da der Internetanbieter keine Bankgarantie für die offenen Schulden vorlegen konnte. Profinet sieht in diesem Schritt der TA "keine wirtschaftlichen, sondern strategische Gründe" Die TA selbst spricht von einer "rechtskonformen" Vorgehensweise. Der Verband der Internet Service Providers Österreichs (ISPA) hat für derartige Fälle die Einschaltung der RTR gefordert.

Kein Missbrauch erkennbar

Serentschy betonte dazu, dass es bereits eine Vereinbarung gebe, wonach die TA in solchen Fällen den Regulator im voraus informieren und Gründe vorlegen müsse, warum sie einen alternativen Anbieter vom Netz schalte. Diese Informationen hätten bei Profinet keinen Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung erkennen lassen.

"Wir helfen, wo immer es geht. Es gibt aber Fälle, da hat selbst der Kaiser das Recht verloren", meint der Regulator.

Vorstand nicht erreicht

Er, Serentschy, habe auch versucht mit dem Vorstand von Profinet Kontakt aufzunehmen. Dieser sei jedoch nicht erreichbar gewesen, habe aber schließlich mitgeteilt, dass das Unternehmen ohnehin von Markt gehen wollte.

Laut Regulator handelt es sich bei Profinet um ein fehlgeschlagenes Geschäftsmodell. Der schlechte Geschäftsgang habe sich bereits über mehrere Monate abgezeichnet.

TA hält Netze zur Profinet bis Ende Februar aufrecht

Die Telekom Austria (TA) wird "sämtliche Leitungen zur in den Konkurs geschlitterten Profinet im Interesse der Kunden bis 28. Februar 2003, 24 Uhr, aufrecht" erhalten. Darauf hätten sich die Masseverwalter der Profinet Telekommunikations AG und der Plus Communications HandelsgmbH mit der TA geeinigt, teilte die Profinet am Mittwoch auf ihrer Homepage mit. Ursprünglich wollte die TA die Leitungen per Ende Jänner abdrehen. (APA)