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Die Hamas, heißt es in der Charter der Selbstmord-NGO, sei die "Speerspitze und Avantgarde" im Kampf gegen den "Welt-Zionismus"

Reuters/SUHAIB SALEM

Wien - Matthias Küntzel beschreibt die Frühgeschichte des Islamismus anhand der ägyptischen Muslimbrüder und analysiert die historischen und gegenwärtigen Bündnisse zwischen arabischen Antisemiten und deutschen Nazis. Er skizziert den Siegeszug eines eliminatorischen Judenhasses in der palästinensischen Gesellschaft und weist akribisch nach, dass die Anschläge vom 11. September der bisher radikalste Ausdruck eines weltweit intensivierten Djihadismus waren, der nichts mit emanzipativer Kritik an den USA zu tun hat, sondern ein Programm des antisemitischen Vernichtungswahns darstellt.

Während gerade in Europa die islamistischen Attentate verharmlost werden, indem mittels atemberaubender Interpretationen in ihnen immer auch ein irgendwie fehlgeleiteter Protest gegen Ausbeutung und Unterdrückung gesehen wird, nimmt Küntzel die Aussagen der Djihadisten ernst und braucht daher keinerlei Interpretationskünste aufzubieten, um die Zerstörung des World Trade Centers, die Ermordung von fast 3000 Zivilisten, die beabsichtigte Tötung von 250.000 Menschen und sämtliche von der islamistischen Internationale nachgelieferten Begründungen als tatkräftigen Antisemitismus zu charakterisieren.

Ob Antifaschisten bereit sind, aus der Beschäftigung mit dem Islamismus Konsequenzen zu ziehen, oder ob weiterhin jede Kritik am dominierenden politischen Islam als Rassismus diskreditiert wird (als wären jene Menschen in den arabischen Gesellschaften, die der islamistischen Barbarei nichts abgewinnen können, vom Tugendterror und vom mordenden Ressentiment der klerikalfaschistischen Rackets gar nicht betroffen), wird sich auch an der Rezeption dieses Buches zeigen. Küntzel präsentiert eine Kritik des Islamismus, die sich klar von den Ausfällen eines Kurt Krenn oder anderer "christlicher Mullahs" gegenüber in Österreich lebenden Moslems abhebt.