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Foto: APA/EPA/ John Giles

Wien - Durch die Schneeschmelze und starke Niederschläge kam es zu einer vermehrten Wasserführung in den Flüssen. Die Laufkraftwerke an der Donau, am Inn und an der Enns liefen auf Hochtouren. In der Folge wurden die Hochspannungsleitungen aus dem Norden in Richtung Süden zu warm, Notmaßnahmen mussten vom Verbund eingeleitet werden, hieß es am Mittwoch in einer Aussendung.

Grenze von 40 Grad Celsius

Die vorgesehenen Grenzen für einen geregelten Betrieb wurden überschritten und die kritische thermische Grenze von 40 Grad Celsius erreicht. "Bis zu diesem Punkt ist die Sicherheit garantiert, über 40 Grad nicht mehr", sagte Heinrich Schmid von der Unternehmenskommunikation. Es könnte aber passieren, dass die Leitungen in dieser Situation an Schwachstellen bis zu 80 Grad heiß werden. "Dabei können Leitungsverbindungen aufgehen", erklärte Schmid. Zudem seien die Drähte aus Metall, die sich bei Wärme dehnen. "Der Durchhang wird größer", sagte der Experte.

Hochspannungsleitungen stammen aus den sechziger Jahren

Die Netzsicherheit bei dieser extremen Belastung der aus den sechziger Jahren stammenden Hochspannungsleitungen konnte nur durch sofort eingeleitete Notmaßnahmen wieder herstellen werden: Eine Reduzierung der kalorischen Produktion im Norden, die Zuschaltung von kalorischen Kraftwerken im Süden und die Forcierung der Wasserkraftwerke im Süden. "Und diese Maßnahmen bedeuten zusätzliche Kosten und auch eine Einschränkung der Vorsorge in den für die Netzsicherheit wichtigen Speicherkraftwerken", sagte Schmid.

Bei einem ähnlich starken Wasseraufkommen, wie einem Hochwasser im Sommer, könne eine solche Situation nicht passieren. "Um Strom zu erzeugen braucht man nicht nur die Wassermenge, sondern auch die Fallhöhe des Wassers", erklärte Schmid. Und diese sei zwar bei der Schneeschmelze, aber nicht bei Hochwasser gegeben. (APA)