Klagenfurt - Noch gibt es keine Spur von jenen Tätern, welche zu Wochenbeginn in der Gemeinde Feistritz/Rosental (Bezirk Klagenfurt-Land) E-Mails mit Morddrohungen verschickt hatten. Aber die Kriminalisten sind zuversichtlich, den oder die Absender rückverfolgen zu können. Diese auch tatsächlich ausfindig zu machen, sei allerdings eine andere Sache, erklärte Sicherheitsdirektor Albert Slamanig am Freitag.

In Feistritz/Rosental waren Montag am späten Abend mehrere E-Mails eingegangen, in denen eine anonyme Gruppe, die sich selbst als "rechtsextrem" bezeichnet, öffentliche Einrichtungen wie Kindergarten, Schule, Feuerwehr oder das Gemeindeamt mit Mordanschlägen bedrohte. In den Mails wird darauf verwiesen, dass die Gruppe über Waffen und Sprengsätze verfüge.

Die bisherigen Ermittlungen des Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) haben ergeben, dass die Mails über einen internationalen Provider verschickt wurden. "Dies heißt allerdings nicht, dass sie auch im Ausland aufgegeben wurden", sagte Slamanig. Theoretisch könne der Absender auch in Feistritz/Rosental sitzen. Ihn auch auszuforschen, dafür will der Sicherheitsdirektor keine Garantie abgeben. "Wenn die E-Mails in einem Internet-Cafe verschickt wurden, wird der Absender wohl unerkannt bleiben", sagte er.

Was den Inhalt der Drohungen betrifft, erinnert die Diktion den Sicherheitsdirektor an die "regelmäßig auftauchenden Bombendrohungen gegen Schulen zu Ferienbeginn". Außerdem befürchtet er, dass die Information der Öffentlichkeit durch Bürgermeister Hubert Gradenegger (S) "Nachahmungstäter animieren" könnte. "Ich verwiese an das in Salzburg bekannt gewordene Lockern von Radmuttern bei Autos", sagte Slamanig. Die Berichte darüber hätten dazu geführt, dass auch in Kärnten solche Delikte auftauchten.

In Feistritz/Rosental hat inzwischen die Hysterie wieder nachgelassen. Der Bürgermeister ist sich ziemlich sicher, dass die Drohungen "aus dem rechtsextremen Milieu kommen". (APA)