Einen neuen "Standard für elektronische Zahlungen im Internet" setzen die großen heimischen Bankengruppen mit ihrem "e-payment standard" (eps). eps ist die gemeinsame Schnittstelle für die Online-Zahlungssysteme von Bank Austria Creditanstalt (BA-CA), Bawag P.S.K.-Gruppe, Erste Bank, Raiffeisen Bankengruppe und - in Kürze auch - der Volksbanken AG in Zusammenarbeit mit der Stuzza, der Studiengesellschaft für Zusammenarbeit im Zahlungsverkehr.

Kein neuen Zusatzkosten

Jeder der derzeit mehr als 1,5 Millionen Österreicher kann diese neue Möglichkeit nutzen, neue Kosten für den Kunden entstehen damit keine, erklärten Vertreter der Banken und der Stuzza heute, Mittwoch, bei Präsentation der neuen Zahlungsplattform in Wien. Der Käufer bewege sich auf der ihm vertrauten Oberfläche, neue Anmeldungen oder Codes sind nicht erforderlich. Dank SSL-Verschlüsselung, PIN und TAN-Code sei auch die Sicherheit des Internet-Banking gewährleistet.

Identifikation über TAN

Per eps kann jeder Nutzer von Internet-Banking bei allen Betreibern von beteiligten Internet-Shops ohne zusätzliche Gebühren bezahlen - über seine vertraute Internet-Banking-Website, mit der er vom jeweiligen Internet-Shop verbunden wird. Der Kunde identifiziert sich über seine Transaktionsnummer (TAN). Nach Überprüfung der Daten erhalten Käufer und Verkäufer eine Bestätigung, ohne dass die Kundendaten an die Bank weiter gegeben werden.

Vorteile für den Handel

Vorteile aus dem europaweit in dieser Form einzigartigen Standard ergeben sich auch für den Handel, der über die gemeinsame Schnittstelle eps direkt mit den Online-Zahlungssystemen der Banken verbunden ist - mit Partner Online Paying (BA-CA), Direct Pay (Bawag P.S.K.-Gruppe), netpay (Erste Bank/Sparkassengruppe) und ELBA-Payment (Raiffeisen). Damit ergebe sich "eine deutlich erhöhte Kundenbasis", sagte Walter Jung, zuständiger E-Finance-Experte bei der Erste Bank. Die Implementierung sei einfach und unaufwändig - in maximal zwei Tagen sei das neue System installiert.

50 Internet-Shops

Derzeit sind 50 Internet-Shops - darunter Namen wie Bipa, Stadt Wien, Hartlauer, Fleurop oder Der Standard - an eps angeschlossen, weitere sollen folgen. Österreichweit gibt es derzeit rund 1.000 solcher Shops, wovon aber nicht alle aktiv seien.

Potenziell kommen alle 1,5 Millionen österreichischen Anwender von Internet-Banking für Zahlungen per eps in Frage. Bisher sind die Umsätze im Internet-Handel mit insgesamt rund 40 Mio. Euro in Österreich noch "verschwindend gering". Der Marktanteil dieser Zahlungsform liegt bei einem "niedrigen einstelligen Prozentwert". Der Großteil der Einkäufe über Internet wird per Nachnahme bezahlt, dann folgt die Kreditkarte.

Kooperation mit Finnland

Auch international gebe es Interesse an eps, derzeit besteht bereits eine Kooperation mit Finnland. Eine derzeit erarbeitet nächste Version soll in Europa positioniert werden.

Zu ihrer Gebührenpolitik wollten sich die Bankenvertreter nicht äußern. Es handle sich schließlich nicht um ein gemeinsames Produkt, sondern um einen neuen technischen Standard. Jeder habe andere Kosten und Preise, daher sei man auch kein Kartell.(APA)