London - Die britische Regierung hat die harte Kritik von US-Präsident George W. Bush am Irak in seiner Rede zur Lage der Nation begrüßt. "Bush hat sehr eloquent erklärt, warum wir handeln müssen, um Saddams Entwaffnung sicherzustellen", sagte ein Sprecher von Premierminister Tony Blair heute Mittwoch in London. "Das muss immer wieder und wieder gesagt werden." Der Sprecher betonte außerdem, die britische Regierung glaube, dass aktive Mitglieder der Terrororganisation El Kaida derzeit im Irak Schutz fänden. Bisher hatte Blair nur von losen Verbindungen zwischen El Kaida und dem Irak gesprochen.

"Wir wissen von Verbindungen zwischen El Kaida und dem Irak, wir können jedoch nicht sicher sein über den genauen Umfang dieser Verbindungen", sagte Blair selbst am Mittwoch vor dem britischen Parlament. Beweise, dass der Irak eine Rolle bei den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA gespielt habe, lägen jedoch nicht vor, fügte der Premierminister hinzu. "Wenn die Zeit reif ist"

Der stellvertretende amerikanische Verteidigungsminister Paul Wolfowitz sagte gegenüber der BBC, die USA würden den Zeitpunkt eines Angriffs auf den Irak mit ihren Verbündeten abstimmen. "Wir werden nicht allein handeln. Viele, viele Länder haben ziemlich deutlich gemacht, dass sie an unserer Seite stehen, wenn die Zeit reif ist."

Premierminister Blair wollte sich am Mittwoch zunächst in London mit dem saudiarabischen Außenminister Prinz Saud Al Feisal und anschließend am Abend mit Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi treffen. Für Donnerstag steht ein Besuch beim spanischen Regierungschef Jose Maria Aznar in Madrid auf Blairs Programm, ehe er am Freitag mit Bush in dessen Landsitz Camp David zusammentrifft. (APA/dpa/Reuters)